Forschungserleuchtung Nr. 11

10 Mar 2026
Forschungserleuchtung

Ein Beitrag der Universität Beni Suef in der Fachzeitschrift Nature Medicine: Globale Studie beleuchtet die Belastung durch chronische Atemwegserkrankungen

Die Universität Beni Suef konnte ihre Position in der internationalen Forschungslandschaft weiter stärken: Professorin Dr. Shaimaa Arafa (Institut für Pharmakologie und Toxikologie – Fakultät für Pharmazie) beteiligte sich an einer bedeutenden internationalen Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Medicine (Impact Factor 50) veröffentlicht wurde.

Die aktuelle globale Studie, an der Professorin Dr. Shaimaa Arafa von der Universität Beni Suef mitwirkte, liefert ein umfassendes Bild der weltweiten Verbreitung chronischer Atemwegserkrankungen über einen Zeitraum von mehr als drei Jahrzehnten (1990–2023). Die Studie zeigt, dass diese Erkrankungen, wie beispielsweise chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Asthma, interstitielle Lungenerkrankungen und Sarkoidose, weiterhin zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen der Menschheit zählen. Allein im Jahr 2023 wurden weltweit über 569 Millionen Neuerkrankungen und fast 4,2 Millionen Todesfälle erwartet. Trotz der enormen Zahlen zeigen die Ergebnisse einen positiven Aspekt: Die Sterblichkeitsrate im Zusammenhang mit diesen Erkrankungen ist im Vergleich zu den frühen 1990er-Jahren um 25,7 % gesunken. Dies spiegelt Fortschritte in den Behandlungsmethoden und Verbesserungen im Gesundheitswesen weltweit wider.

Die Studie weist jedoch auch auf ein wichtiges Paradoxon hin: Während die Sterblichkeitsraten zurückgingen, stieg die Häufigkeit bestimmter Lungenerkrankungen, insbesondere solcher im Zusammenhang mit Lungenfibrose und Sarkoidose, vor allem bei älteren Menschen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, dieser Bevölkerungsgruppe mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Die Ergebnisse deuten zudem darauf hin, dass Rauchen weiterhin der Hauptrisikofaktor für chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist, Übergewicht mit einem erhöhten Asthmarisiko einhergeht und die Exposition gegenüber Quarzstaub ein direktes Risiko für Silikose darstellt, insbesondere für Personen, die in bestimmten Industrieumgebungen arbeiten.

Im Hinblick auf die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zeigte die Studie einen leichten Anstieg der registrierten Fälle chronischer Atemwegserkrankungen während der Pandemiejahre, gleichzeitig aber einen signifikanten Rückgang der Todesfälle bei den Betroffenen. Forscher vermuten, dass dieser Rückgang mit einem gestiegenen globalen Gesundheitsbewusstsein, den während der Pandemie ergriffenen Präventionsmaßnahmen und der verbesserten Kapazität der Gesundheitssysteme zur Behandlung von Atemwegserkrankungen zusammenhängt.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass chronische Atemwegserkrankungen weiterhin eine langfristige Belastung für das Gesundheitssystem darstellen werden und dass ihre Bekämpfung nachhaltige globale Anstrengungen erfordert, die sich auf Prävention, die Senkung der Raucherquote, die Verbesserung der Früherkennung und Behandlung sowie den Schutz der besonders gefährdeten Gruppen, insbesondere älterer Menschen, konzentrieren.

Erwähnenswert ist, dass Forscher und Wissenschaftler der Universität Beni Suef kürzlich zu in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Forschungsarbeiten in den Bereichen Veterinärmedizin, Neurowissenschaften und Künstliche Intelligenz beigetragen haben. Dies spiegelt die vielfältigen Disziplinen der Universität und ihre starken internationalen Partnerschaften wider. So war beispielsweise Dr. Shehata Ibrahim Anwar (Institut für Pathologie, Fakultät für Veterinärmedizin) an einer wegweisenden Studie mit dem Titel „Darm-primed T cells trigger central nervous system inflammation through licensing and molecular mimicry“ beteiligt, die einen neuen Mechanismus aufklärt, der die Immunantworten im Darm mit Entzündungen im zentralen Nervensystem verknüpft.

Die Beteiligung von Muhammad Zakari (Fakultät für Ingenieurwissenschaften) an der Entwicklung des Humanity’s Last Exam (HLE)-Tests zur Messung der Fähigkeit künstlicher Intelligenz, tiefgründiges und komplexes Denken zu verstehen, wird ebenfalls erwähnt. Der Test umfasst über 2.500 Fragen aus 100 Fachbereichen.

Kurzfassung (Englisch):

In einer bedeutenden internationalen Studie, die in Nature Medicine (IF 50, 2024) veröffentlicht wurde, hat Prof. Dr. Elshaimaa A. Arafa von der Fakultät für Pharmazie der Universität Beni-Suef eine umfassende Bewertung chronischer Atemwegserkrankungen (COPD, Asthma, Pneumokoniose, interstitielle Lungenerkrankung, Sarkoidose) von 1990 bis 2023 mitverfasst. Dabei wurden auch die Auswirkungen von COVID-19 berücksichtigt. Die Studie berichtete für 2023 von 569,2 Millionen Fällen und 4,2 Millionen Todesfällen sowie einem Rückgang der altersstandardisierten Mortalität um 25,7 % seit 1990, trotz eines Anstiegs von interstitieller Lungenerkrankung und Sarkoidose bei älteren Erwachsenen. Rauchen blieb der Hauptrisikofaktor für COPD. Ein hoher BMI und die Belastung mit Siliziumdioxid wurden mit Asthma und Pneumokoniose in Verbindung gebracht. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit verstärkter Präventionsmaßnahmen, Früherkennung und eines gleichberechtigten Zugangs zur Gesundheitsversorgung.

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https://doi.org/10.1038/s41591-025-04077-9